Jusos Bruchsal und Jusos Bad Schönborn veranstalten zweiten erfolgreichen Workshop zum Thema „Frühkindliche Bildung“

Veröffentlicht am 08.02.2011 in Jusos in Aktion

Am 4. Februar 2011 veranstalteten die Juso-Arbeitsgemeinschaften Bruchsal und Bad Schönborn einen Workshop zum Thema „Frühkindliche Bildung“ im Sängerheim Konkordia in Bad Schönborn. Als Gäste waren die Experten Susanne Matthias, Gemeinderätin und Erzieherin aus Bad Schönborn, Jun. Prof. Dr. Timm Albers von der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe und Luisa Boos, Stellvertretende Vorsitzende der Jusos Baden-Württemberg, eingeladen.

Nachdem die Juso-Arbeitsgemeinschaften bereits im vergangenen Oktober einen Workshop zum Thema „Frühkindliche Bildung“ veranstalteten, um sich intern mit diesem Gebiet auseinanderzusetzen, wurden für den zweiten Teil auch Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen, um gemeinsam mit den Jusos und den anwesenden Experten die frühkindliche Bildung kritisch zu beleuchten und konkrete Ideen zu sammeln. Der Einladung folgten zahlreiche Anwesende und der Workshop war vollbesetzt.
Professionell moderiert wurde die Veranstaltung von den beiden AG-Vorsitzenden Fabian Verch aus Bruchsal und Dennis Eidner aus Bad Schönborn. Zunächst stellten Daniel Weindel aus Bruchsal und Christoph Becker aus Bad Schönborn die Ergebnisse und Forderungen der Jusos aus dem ersten Workshop vor. Hierdurch konnten sich alle Anwesenden ein Bild über die bisherige Arbeit der Jusos zu diesem Thema machen. Danach folgten die Referate der Experten.
Matthias schilderte eindrucksvoll ihren Alltag im Kindergarten und ging dabei insbesondere auf die Probleme in ihrem Beruf ein. Sie betonte vor allem den Personalmangel, der in heutigen Kindergärten vorherrsche. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Kindergärten nicht nur ein Ort der Zeitüberbrückung für berufstätige Eltern sei, sondern dass hier aktiv gebildet werde und eine ganzheitliche individuelle Betreuung aller Kinder höchste Priorität habe. Sie regte zudem an, dass mittelfristig Fachdienste wie Logopädie, Physiotherapie oder auch Ergotherapie in die Einrichtungen und somit in den ganz normalen Alltag der Kinder integriert gehörten. Außerdem kritisierte Matthias „die hohen Gebühren, die Eltern für einen Kindergarten- und Krippenplatz aufbringen müssen.“
Albers ging in seinem Vortrag anschaulich auf das Konzept der Inklusion behinderter Kinder in eine Kindergartengruppe ein. Er stellte die Chancen eines solchen Konzeptes, vor allem für behinderte Kinder, ausführlich dar. Beim Konzept der Inklusion werde deutlich, dass behinderte Kinder früh Integration erführen, statt, wie in homogenen Gruppen üblich, ausgeschlossen zu werden. Außerdem habe dieses Konzept den Vorteil, dass das Beutreuungsverhältnis für ein einzelnes Kind günstiger sei. Das Ziel müsse sein, die Inklusion in allen Bildungseinrichtungen voranzutreiben: „Inklusion muss als Qualitätsmerkmal gelten. Nicht nur Inklusion Behinderter, sondern auch in kultureller und religiöser Hinsicht“, so Albers.
Als letzte Rednerin in der Reihe stellte Boos die bisherigen Standpunkte und Erfolge der Jusos Baden-Württemberg dar. Dabei ging sie insbesondere auf den kürzlich auf dem SPD-Landesparteitag beschlossenen Antrag der Jusos ein, wonach im SPD-Regierungsprogramm eine Gebührenfreiheit für die komplette Bildungslaufbahn vom Kindergarten bis zur Universität in Baden-Württemberg gefordert wird. Gleichzeitig wies sie auf die Wichtigkeit einer Kindergartenpflicht hin, „denn nur so könne es gelingen, alle Kinder in unsere Gesellschaft zu integrieren“, so Boos. Doch dafür müssten auch die Plätze, sowohl für Kinder ab als auch für Kinder unter drei Jahren, geschaffen werden. Sie selbst müsse für ihren zehn Monate alten Sohn ein Jahr auf einen Krippenplatz warten.
Nach den Vorträgen der Experten diskutierten alle Anwesenden angeregt über das Ge-hörte und brachten eigene Ideen ein. Insbesondere die Forderung einer Kindergarten-pflicht sorgte für Diskussionsstoff: „Unklar ist, was ‚Pflicht‘ eigentlich bedeutet und ob wir sie für die gesamte Kindergartenzeit, nur für das erste oder nur das für das letzte Kindergartenjahr einführen sollen“, sagte Boos dazu. „Wir sehen also, wir haben noch einiges zu überlegen auf dem Weg zur optimalen frühkindlichen Bildung. Diese wirk-lich sehr gut besuchte Veranstaltung zeigt, dass die frühkindliche Bildung interessant, wichtig für die Inklusion behinderter Menschen, die Integration von Kindern mit Migrationshintergund und die Sprachförderung aller Kinder ist. Diese Herausforderun-gen sind und bleiben brandaktuell“, fasste Verch die Diskussion zusammen und bat die drei Experten zum Abschluss, ihre Vorstellung eines optimalen Kindergartens zu schil-dern. Matthias, Albers und Boos waren sich darin schnell einig: „Ein Kindergarten soll ein Ort des Spielens und der Freude sein, in dem jedes Kind die optimale Förderung er-hält, die es benötigt“, so der Konsens des Abends.

 
 

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