Jusos Karlsruhe-Land sind dagegen, Französisch als erste Fremdsprache ab der Klassenstufe fünf in Gymnasien entlang der Rheinschiene einzuführen.
Jusos Karlsruhe-Land sind dagegen, Französisch als erste Fremdsprache ab der Klassenstufe fünf in Gymnasien entlang der Rheinschiene einzuführen.
„Offensichtlich macht man sich im Kultusministerium eher Gedanken um das Prestige, als um die Schüler“, kritisiert der neue Kreisvorsitzende der Jusos Karlsruhe-Land Dominik Lang.
Dabei geht es den Jusos weniger um die Sprache Französisch als vielmehr um die Konsequenzen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler.
In Deutschland existiert ein Bildungsföderalismus, der vorsieht, dass die Länder ihre Bildungspolitik selbst festlegen können. Dass aber nun Baden-Württemberg auf die Idee kommt, innerhalb des Landes unterschiedliche Politik zu verfolgen, grenzt für die Jusos an einem „bildungspolitischen Wahnsinn“.
„Die ganze Problematik hat doch schon mit der verpflichtenden Einführung von Französisch an Grundschulen begonnen,“ erklärt der 25jährige BWL-Studenten, „diese lehnen wir genauso ab und fordern stattdessen ein einheitliches Bildungssystem in ganz Baden-Württemberg. Wenn dann das Kultusministerium immer noch der Ansicht ist, dass Französisch geeigneter sei, so sollte es auch konsequenterweise überall Französisch einführen.“
In dem Protest der Eltern und Schüler sehen sich die Jusos bestätigt, dass diese Verordnung nicht im Interesse der Betroffenen ist, mit dem das Kultusministerium seine Verordnung zu begründen versucht.
Die stellvertretende Kreisvorsitzende Kathrin Röwer erläutert hierzu: Durch die Einführung dieses „Sonderweges“ entlang der Rheinschiene ist es nicht undenkbar, dass Schülerinnen und Schüler, die innerhalb des Landkreises mit ihren Eltern umziehen, somit auch in ein anderes „Lernkonzept“ fallen und damit in Englisch als erster Fremdsprache unterrichtet werden. Dadurch wären die Leidtragenden bei einem Umzug der Eltern vor allem die Kinder. Gerade in Zeiten, in denen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine erhöhte Mobilität gefordert wird, führt dies doch zu einer deutlichen Einschränkung dieser. Für uns ist daher nicht wirklich verständlich, wie eine Regierung, die sich bekanntlich eher als „wirtschaftsorientiert“ betrachtet, auf die Idee einer solchen Regelung kommt, die ganz nebenbei auch nicht wirklich als familienfreundlich bezeichnet werden kann.“
Ein weitere Problematik sieht die Gymnasiastin auch in der de facto nicht mehr gegebenen Durchlässigkeit in der Orientierungsstufe zwischen Realschule und Gymnasium, da es für die Schüler nicht mehr möglich ist, den Lernumfang bei einem daraus resultierenden Fremdsprachenwechsel nach- bzw. aufzuholen.
Doch auch das bisherige System halten die Jungsozialisten für nicht tragbar. „Vier Jahre Grundschulfranzösisch und fünf Jahre Englischunterricht führen dazu, dass Hauptschülerinnen und –schüler beide Sprachen oft nur mangelhaft beherrschen. Gerade dies kritisieren ja bekanntlich Ausbildungsbetriebe an ihren Lehrlingen,“ beschreibt Dominik Lang, der selbst die Hauptschule besucht hat, die momentane Benachteiligung der Hauptschüler, „Aus diesem Dilemma könnten neun Jahre Englisch führen, in denen sich die Schüler intensiv mit der Fremdsprache Englisch auseinandersetzen können.“ Dies wäre gegeben, indem die Landesregierung flächendeckend Englisch an Grundschulen einführen würde.
Bereits gestern hat der Juso-Kreisverband auf der SPD-Kreisdelegiertenkonferenz einen Antrag eingebracht, der sich kritisch zu den Plänen des Kultusministeriums äußert.
„Wir kommen immer mehr zu der Überzeugung, dass unser Kultusministerium den Begriff Verordnung zu wörtlich nimmt und meint, man könne einfach über die Köpfe der Betroffenen hinweg eine nicht tragbare Entscheidung treffen,“ meinen die Jungsozialisten abschließend
Homepage Jusos Karlsruhe-Land
03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen
23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen
20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen
18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen
18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen
Ein Service von websozis.info