Jusos Karlsuhe-Land besuchen Hagsfelder Werkstätten und Martinshaus in Berghausen / weitere Zusammenarbeit geplant

Veröffentlicht am 07.07.2008 in Pressemitteilungen

Hagsfelder Werkstätten
Am vergangenen Freitag besuchten die Jusos Karlsruhe-Land die Hagsfelder Werkstätten (HWK) in Berghausen, in welcher hauptsächlich Menschen mit seelischen Behinderungen arbeiten. Jürgen Deuerlein und Werner Bleier, zuständig für den Bereich Fertigung und Produktion, vermittelten den Jusos alles Wissenswerte über die HWK.

So erfuhren die Jusos beispielsweise, dass die Werkstätten auch eine medizintechnische Produktion von Therapieliegen durchführen. Diese unterliegen den gleichen Normen und Bestimmungen, die alle Hersteller zu erfüllen haben. „Die einzigen Vorteile auf dem Markt bestehen für uns darin“, so Deuerlein, „dass wir einen reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 % ausweisen und Kunden unsere Arbeitsleistung auf die Ausgleichsabgabe anrechnen können“.
Das Ziel, „Hilfe durch Teilhabe am Arbeitsleben“, welches die HWKs als Auftrag verfolgen, zeigt sich in ganz verschiedenen Bereichen. So können behinderte Menschen frei wählen in welcher der Werkstätten und auch in welchem Bereich sie arbeiten möchten. Sie haben somit die Wahl zwischen Gärtnereiarbeit, Bürotätigkeiten, der Fertigung von sowohl Eigen- als auch Fremdprodukten und anderen. „Wir haben viele namhafte Unternehmen, die seit Jahren Aufträge an unsere Werkstätten vergeben“, so Bleier „Neben Firmen wie Daimler, Siemens, Bosch und L’Oréal sind auch regionale Großkonzerne, wie die EGO oder Neff in Bretten und Stahl CraneSystems in Ettlingen unter den Auftraggebern.“
„Es ist sehr wichtig, dass Politiker ein realistisches Bild der Situation vor Ort bekommen“, so die Vorsitzende der Jusos Karlsruhe-Land Kathrin Röwer. „trotz guter Auftragslage steigen Personal- und Energiekosten stetig an und wir haben hier vor Ort selbst erfahren, dass es dringend nötig wäre, das Leistungsentgelt diesen Entwicklungen anzupassen.“

Martinshaus
Im Anschluss besichtigten die Jusos Karlsruhe-Land das Martinshaus in Berghausen, eine Wohneinrichtung, welche 90 Menschen mit geistigen Behinderungen betreut werden. Weitere 36 Menschen werden in Außenwohngruppen, in ‚ambulant betreutem Wohnen’ und beim ‚Wohnen in der Gastfamilie’ begleitet. Die Qualität dieser großen Wohngemeinschaft, die das harmonische und betreute Leben vieler Menschen ausmacht, wird nicht zuletzt auch von einer sehr geringen Fluktuation in der Mitarbeiterschaft und der großen Toleranz und Akzeptanz seitens der Berghausener Bevölkerung bestimmt“, so der stellvertretende Heimleiter Klaus Weber.
„Die intensive Zusammenarbeit mit Vereinen, die Menschen im Martinshaus immer gerne integrieren, ist ein Zeichen des Miteinanders, das wir Jusos auch während unserer Begehung deutlich spüren durften“, so Röwer.
Ein großes Problem ist und bleibt leider die Forderung von Kreis, Land und Kommunen aus Kostengründen mehr Menschen aus dem Martinshaus in ambulante Wohnformen auszugliedern. Diese Ausgliederung in kleinere gemeindenahe Wohnungen und Wohngemeinschaften mit wesentlich geringerer Betreuungszeit, fand jedoch schon vor Jahren statt. „ Die im Martinshaus verbliebenen BewohnerInnen brauchen den bisherigen Betreuungsrahmen. Keiner dieser Menschen wäre in der Lage, alleine mit wenigen Stunden Anleitung zu leben“, so auch die Schlussforderung des AG-Vorsitzenden der Jusos Pfinztal Max Pfaff.
Nach der Führung durch das Heim in Berghausen mit vielen Begegnungen und Gesprächen erfuhren die Jusos Karlsruhe-Land noch etwas über die neueren Betreuungsformen des Martinshauses, denn es gibt durchaus Menschen, die mit ‚ambulant betreutem Wohnen’, ‚Wohnen in der Gastfamilie’ und integrativen Arbeitsplätzen ihrem Bedarf entsprechend gefördert werden und ein zufriedenes Leben leben können.

 
 

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