Klimaschutz beginnt in der Kommune

Veröffentlicht am 13.11.2017 in Fraktion

von Heinrich Sickinger

 

So kann man jedenfalls den in der letzten Sitzung des AUT vorgestellten Energiebericht auf einen Nenner bringen. Seit gut 10 Jahren bedient sich die Stadt Stutensee der Unterstützung durch die ISUF GmbH (Institut für Sozial- und Umweltforschung) in Person von Herrn Engel.

War es noch vor wenigen Jahren im Gemeinderat etwas umstritten, ob man sich weiterhin der Dienste der ISUF bedienen soll, so waren die zwischenzeitlich erreichten Ergebnisse so positiv, dass diese wertvolle Unterstützung von niemanden mehr in Frage gestellt wurde. So standen insgesamt 33 Objekte im Fokus; hier wurden Daten erfasst und das Betreuungspersonal - z.B. die Hausmeister - mit wichtigen Hinweisen sensibilisiert. So konnten durchweg gute Ergebnisse erzielt werden, was sich an dem aufgeführten Zahlenwerk ablesen lässt. So liegt der Stromverbrauch um 8% unter dem Wert des Jahres 2006. Ohne entsprechende Maßnahmen lägen die Heizenergieverbräuche 2.551 Megawattstunden höher als vor 10 Jahren. Außerdem konnten die Verbräuche beim Wasser (35%) und bei der Straßenbeleuchtung erheblich gesenkt werden, was sich insbesondere in unserem Verwaltungshaushalt positiv bemerkbar macht.

Doch trotz dieser wertvollen Unterstützung durch die ISUF wären diese „Erfolge“ nicht zu erzielen gewesen, wenn die Stadt Stutensee seit 2010 nicht eine stattliche Summe von mindestens 12 Millionen Euro in die Hand genommen hätte, um alle Schulen und die meisten Sporthallen energetisch zu sanieren. Im Gremium war man sich angesichts der drohenden Klimakatastrophe einig darin, dass Stutensee damit einen wertvollen Beitrag für unsere Umwelt geleistet hat. Als Gemeinderat ärgert es einen dann schon, wenn dem Gremium manchmal vorgehalten wird, man würde mit dem Geld der Stadt nicht sorgsam genug umgehen und man hätte schon früher bezahlbaren Wohnraum schaffen können. Wenn man außer den genannten Maßnahmen dann noch den Bau der Stadtbahn dazu nimmt und damit dafür gesorgt hat, dass der tägliche Verkehr zu den Arbeitsplätzen in Karlsruhe signifikant gesenkt und damit ebenfalls eine Menge an CO₂ eingespart wurde, dann zeigt auch dies, dass der Gemeinderat den Grundsatz „Global denken, regional handeln“ in vorbildlicher Weise umgesetzt hat. In einschlägigen Medien und Foren wird der Gemeinderat manchmal dargestellt, als ob die Mehrheit lauter „klimapolitische Analphabeten“ wären, die nichts für die Umwelt übrig hätten!!

Wenn z.Zt. in Bonn die Weltklimakonferenz tagt und auf die Probleme in der Welt aufmerksam macht, dann sollten wir alle wissen, dass uns nur noch wenig Zeit bleibt, eine noch größere Klimakatastrophe zu verhindern. Leider hat auch unsere eigene Partei in der Bundesregierung nicht konsequent genug gehandelt. Gute Vorschläge unserer Umweltministerin wurden nicht von allen Kabinettskollegen genügend unterstützt und eher der Kohle- und der Auto-Lobby Gehör geschenkt. Auch bei den derzeitigen Koalitionsverhandlungen sieht es nicht so aus, dass den markigen Worten von vor der Wahl auch Taten folgen. Nicht umsonst sprechen Umweltverbände schon von „Umfallen“ und „Einknicken“.

Wenn man gelegentlich „googelt“, kann man interessante Erkenntnisse entdecken. Oder wer hätte gedacht, dass z.B. 1 ha Mais bei der Sauerstoffproduktion den etwa 5fachen Wert gegenüber 1 ha Wald erreicht und 1 ha Wiese immer noch ca. 50% mehr Sauerstoff produziert als 1 ha Wald?!! Deshalb war es wichtig, dass die Stadt 14 ha Wiesen aus den Beständen der Flurbereinigung angelegt hat, weil auch dies entscheidend zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt, ganz abgesehen von der wichtigen Biosphäre, in der sich Arten entwickeln können und Schutz finden.

 
 

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