Zum Weltfrauentag 2009

Veröffentlicht am 28.02.2009 in Arbeitsgemeinschaften

Sie haben die Wahl.
Wählen Sie, aber seien Sie wählerisch!

Ziemlich genau vor 90 Jahren, am 19. Februar 1919 hielt erstmals eine Frau eine Rede in einem deutschen Parlament, der Weimarer Nationalversammlung: Marie Juchacz. Den AWO-Aktiven ist die gelernte Näherin nicht nur als streitbare Politikerin, sondern auch als Gründerin der Arbeiterwohlfahrt bekannt.

Was sagt nun eine Frau bei solch einem denkwürdigen und geschichtsträchtigen Auftritt?

Schon ihre Anrede 'Meine Herren und Damen!' erregte bei den männlichen Zuhörern Aufmerksamkeit, wurde Ihnen damit doch vor Augen geführt, dass der Männerclub fortan nicht mehr unter sich sein würde.
Viel bemerkenswerter finde ich jedoch ihre Aussage: „Ich möchte hier feststellen und glaube damit im Einverständnis vieler zu sprechen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“

Neun Jahre später, als wieder eine Wahl anstand, mahnte sie: "Die Frau ist vollberechtigte Staatsbürgerin. Überlegen Sie, was das heißt. Es gibt viel mehr Frauen im wahlfähigen Alter als Männer. Durch die Abgabe seiner Stimme am Wahltage kann jeder Staatsbürger politisch mitwirken. Die Tatsache des Frauenwahlrechts sollte jeden Freund der Sozialdemokratie zwingen, um die Frauenstimmen zu werben."

Nach neunzig Jahren hat dieser Appell nichts an Aktualität verloren. Leider.
Hier und heute möchte ich deshalb Marie Juchacz erneut eine Stimme verleihen.

Nachdem nun fast überall im Landkreis die Listen für die Gemeinderats- und Kreistagswahlen stehen und dort das „Frauenangebot“ längst noch nicht unserem Bevölkerungsanteil entspricht, bleibt mir nur noch das Werben für die kandidierenden Frauen. An dieser Stelle kommt fast immer reflexartig der Aufschrei (nicht nur von Männern übrigens!), dass doch „Frau“ kein Qualitätsmerkmal schlechthin sei. Richtig! Aber was hierbei gerne vergessen wird: das Geschlechtsmerkmal „Mann“ ist es genauso wenig!
Wie sagte die Volksschauspielerin Heidi Kabel einmal ganz treffend:

„DIE EMANZIPATION IST ERST DANN VOLLENDET, WENN AUCH EINMAL EINE TOTAL UNFÄHIGE FRAU IN EINE VERANTWORTLICHE POSITION AUFGERÜCKT IST.“

Nirgendwo sonst wirkt sich Politik so unmittelbar auf die Lebensverhältnisse aus wie auf kommunaler Ebene. Infrastruktur (ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten, kulturelles Angebot), Betreuung, Schule, Pflege, all das waren früher einmal die sogenannten weichen Themen, die von vielen (auch von einem Bundeskanzler) einmal als „Gedöns“ abgetan wurden. Inzwischen ist auch bei den meisten Männern in den Räten die Erkenntnis gereift, dass das die Themen der Zukunft sein werden. Themen, die für viele Menschen die entscheidenden Faktoren sein werden, wenn es darum geht, einen Wohn- und Lebensort auszusuchen und diesem dann auch treu zu bleiben.

Wir müssen deshalb mehr Frauen für die (Kommunal)Politik gewinnen. Je mehr, je vernetzter, desto schlagkräftiger, desto hörbarer und unübersehbarer werden wir. Zu oft noch trauen sich Frauen das nicht zu. Zu oft kommen sie mit den parteiinternen, häufig noch sehr patriarchalen Strukturen nicht klar. Es ist an uns Frauen, diese Strukturen aufzubrechen. Von der Zuschauertribüne allerdings wird das nicht geschehen.

Das Wahlrecht ist ein Bürgerrecht und ich wünschte mir, dass viele dieses als Bürgerpflicht sähen.
Wählen Sie Frauen, wenn sie im Juni Ihre Stimmen für den Gemeinderat und den Kreistag abgeben! Gehen Sie davon aus, dass es überwiegend Frauen sind, die die Lebenssituation von Frauen wahrnehmen, (be)werten und dann versuchen Veränderungen zu bewirken. Sorgen Sie selbst dafür, dass Sie nicht nur irgendwann die Hälfte des Himmels in Besitz nehmen dürfen, sondern jetzt schon die Hälfte der Erde. Lassen Sie sich nicht von Politikern und Religionen auf Belohnungen in der Zukunft oder im Jenseits vertrösten. Wir leben jetzt, hier und heute und wir haben es in der Hand, dass jetzt, hier und heute etwas besser wird.
Schreiten Sie also zur „Damenwahl“!

Für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF)
im Landkreis Karlsruhe
Anette Sorg

 
 

Homepage SPD Karlsruhe-Land

Im Europäischen Parlament

Wir auf Facebook

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Downloads

Dokumente

Ortsverein

Wahlprogramme

Info-Portal

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Shariff