Jusos Karlsruhe-Land kritisieren Bildungspolitik

Veröffentlicht am 09.09.2006 in Pressemitteilungen

“Zu Beginn des neuen Schuljahres lässt sich wieder einmal erkennen, dass die Landesregierung versucht ihr elitäres Schulsystem auszubauen,“ meint der Juso-Kreisvorstand Karlsruhe-Land. „1.200 neue Lehrer in der Region sind zwar ein positives Signal, doch sind diese nicht für eine grundlegende Reform des Bildungssystems ausreichend.“

Günter Oettinger werfen die Jusos Wahlbetrug vor: “Dass die CDU/FDP-Landesregierung in den nächsten zwei Jahren 521 frei werdende Lehrerstellen nicht wieder besetzen möchte, steht im krassen Widerspruch zu den Wahlversprechen von Oettinger im Landtagswahlkampf.“

Nach Meinung des Juso-Kreisvorstandes verspiele die Landesregierung damit große Chancen für die Schulentwicklung: „Sinkende Schülerzahlen sind kein Grund, weniger Lehrer einzustellen. Bei weniger Schülern, aber gleich vielen Lehrern wie bisher, könnten die Klassen endlich verkleinert und das individuelle Betreuungsverhältnis verbessert werden. Außerdem werden für Ganztagesschulen eben gerade mehr und nicht weniger Lehrer benötigt. Scheinbar hat die Landesregierung kein Interesse daran in bessere Bildung zu investieren und spart so an der Zukunft der Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg.“

Dass es ausgerechnet an Real- und Berufsschulen zu „fächerspezifischen Engpässen“ kommen soll, betrachten die Jusos als nicht akzeptabel. „Dies ist ein Beleg dafür, wie die Prioritäten im Bildungssystem gelegt werden,“ so die Jusos Karlsruhe-Land.

Skeptisch stehen die Jusos der Einführung des Berufseinstiegsjahrs für ehemalige Hauptschüler gegenüber: „Dies ist keine zufriedenstellende Lösung. Statt künstliche Auffangbecken müssen endlich genügend Lehrstellen geschaffen werden, damit den Schulabgängerinnen und Schulabgängern genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Sollte die Wirtschaft nicht bereit sein diese einzurichten, so muss eben doch eine Ausbildungsplatzumlage kommen.“

Die Jusos fordern, dass Bildungssystem gründlich zu überdenken. Das dreigliedrige Schulsystem halten sie für nicht mehr zeitgemäß: „Wir setzen uns für die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zu einer Regionalschule ein. Das langfristige Ziel muss die Einführung einer Basisschule nach skandinavischem Vorbild sein. Dabei gehe es nicht um Gleichmacherei, sondern um individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern und moderne Unterrichtsgestaltung.“

Bildung ist in Deutschland nach wie vor beschämend herkunftsabhängig und gleichzeitig Grundlage für ein selbst bestimmtes Leben sowie für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes. Die Idee, hier zu sparen sei der erneute Beweis für die Zukunftsblindheit unserer Landesregierung, so die Jusos Karlsruhe-Land abschließend.

 
 

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