Kritik des Landrats ist „im Kern“ zutreffend. Der Adressat ist jedoch falsch.

Veröffentlicht am 13.08.2015 in Pressemitteilungen

René Repasi: „Die öffentliche Kritik des Landrats ist unglaubwürdig. Sie trifft nur die rot-grüne Landesregierung, die keinen Einfluss auf die Lösung des Problems hat, und schont  das verantwortliche CDU-geführte Bundesinnenministerium. Derartige Kritik hat ein 'Geschmäckle‘.“
 

Der SPD-Kreisverband Karlsruhe-Land  zeigt sich verwundert über den offenen Brief des Karlsruher Landrats Dr. Christoph Schnaudigel, den dieser gemeinsam mit den Landräten des Rhein-Neckar-Kreises  und des Neckar- Odenwald-Kreises  an die Landesregierung  verfasst hat. Im Kern kritisiert  der Brief  die Weiterverteilung  von Flüchtlingen aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen an die Kommunen, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Asylantrag erfolgreich ist, sehr  gering ist.

Diese Kritik hält der SPD-Kreisverband Karlsruhe-Land  auch für berechtigt. Allerdings ist die rot-grüne Landesregierung der falsche Adressat hierfür.  Der SPD-Kreisvorsitzende René Repasi erklärt:  „Nach dem Asylverfahrensgesetz dürfen Flüchtlinge nicht länger als drei Monate in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen  bleiben. Sind ihre Asylanträge zu diesem Zeitpunkt immer noch unbearbeitet, müssen die Flüchtlinge trotzdem im Landesgebiet an die Landkreise  weiterverteilt werden.  Für die Bearbeitung  des Asylanträge ist jedoch nicht das Land, sondern  das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig, das dem CDU-geführten Bundesinnenministerium unterstellt ist.“ „Im Kern“, so René Repasi weiter, „ist die Kritik zutreffend,  dass Menschen,  deren  Asylanträge nur eine geringe Aussicht auf Erfolg haben,  nicht an die Landkreise  weiterverteilt werden sollten. Erforderlich  ist dafür jedoch die zügige Bearbeitung von Asylanträgen durch  das BAMF. Die Kritik des Landrats erscheint daher unglaubwürdig, wenn er als CDU-Parteimitglied die rot-grüne  Landesregierung,  die nur einen geringen  Einfluss auf die Lösung dieses Problems  hat, in einem  offenen Brief kritisiert  und keinerlei  öffentliche  Kritik am CDU-Innenminister Thomas de Maizière übt. Bei einer derart undifferenzierten  Kritik darf sich der Landrat nicht wundern, wenn ihm Parteipolitik unterstellt wird. Das Ganze bekommt so ein parteipolitisches ‚Geschmäckle‘.“

Der SPD-Kreisverband Karlsruhe-Land hat selbst bereits im Januar 2015 Eckpunkte zur Verbesserung der Flüchtlingspolitik beschlossen, die der SPD-Landesparteitag in Singen am 14. März angenommen  hat. Hier forderte der SPD-Kreisverband eine Aufstockung des Personals des BAMF, so dass Asylanträge zügig bearbeitet werden können. „Die zügige Bearbeitung  der Asylanträge ist der Schlüssel zur Lösung des Problems“, so Repasi.

Die Ausweitung der sog. „sicheren  Herkunftsstaaten“  um Albanien, Montenegro und  Kosovo, die der Landrat  in seinem Brief fordert, ist bestenfalls als „Symbolpolitik“ einzustufen. Denn, selbst wenn diese Staaten als „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft werden, können Personen aus diesen Staaten einen Asylantrag in Deutschland stellen, der von den Asylbehörden (BAMF) zu bearbeiten  ist. Der Antrag kann lediglich unter Verzicht auf eine Einzelfallprüfung pauschal abgelehnt werden, wenn der Antragsteller aus einem „sicheren Herkunftsstaat“  kommt. Den geringen Effekt, den die Einstufung als „sichere Herkunftsstaaten“ hat, zeigt ein Blick auf die Antragszahlen von Personen aus Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien, die im November 2014 „sichere Herkunftsstaaten“ wurden. Vergleicht man  die Antragszahlen in den Zeiträumen Januar bis Mai 2014 (ohne Einstufung  als „sichere Herkunftsstaaten“) und Januar bis Mai 2015 (nach Einstufung als „sichere Herkunftsstaaten“), so zeigt sich, dass die Einstufung zu keinerlei Entlastung der Asylbehörden geführt hat:

  Anzahl Anträge (01/2014  – 05/2014)  Anzahl Anträge (01/2015  – 05/2015)
Bosnien-Herzegowina 2.071 2.103
Mazedonien 2.141 3.156
Serbien 5.306 8.664

„Anstelle wirkungslose Symbolpolitik einzufordern“, so Repasi abschließend,  „fordere ich Landrat Schnaudigel dazu auf, einen offenen Brief an den CDU-Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu schreiben, in dem der Landrat von dem Innenminister verlangt, das BAMF so auszustatten, dass es in der Lage ist, Asylanträge innerhalb von drei Monaten zu bearbeiten. Einen solchen offenen Brief würde ich sofort mitunterzeichnen.“

 

 
 

Homepage SPD Karlsruhe-Land

Im Europäischen Parlament

Wir auf Facebook

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Downloads

Dokumente

Ortsverein

Wahlprogramme

Info-Portal

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Shariff