Gemeinderatsfraktion
04.03.2026 in Gemeinderatsfraktion
SPD-Gemeinderatsfraktion Stutensee
Haushaltsrede 2026
von Wolfgang Sickinger, Fraktionsvorsitzender
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Becker,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Schönhaar,
werte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung,
werte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der vorliegende Haushaltsplan für 2026 wird wie in den Vorjahren in einer Phase der volkswirtschaftlichen Unsicherheit verabschiedet. Die Wachstumsprognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute bewegen sich nur wenig über einem Prozent; und ohne den Sondereffekt durch die Investitionen aus dem sogenannten Sondervermögen des Bundes wäre das Wachstum noch deutlich geringer.
Die kommunalen Haushalte bleiben davon nicht verschont. Hinzu kommt, dass Bund und Land immer mehr Pflichtaufgaben auf die Kommunen übertragen haben, ohne diese ausreichend gegenzufinanzieren. So stehen den 25 Prozent der so verursachten Ausgaben nur 14 Prozent Ausgleichszahlungen gegenüber.
Davon ist auch der Landkreis betroffen, der die Kreisumlage zugunsten der Kreiskommunen nur um ein Prozent auf 32 Prozentpunkte erhöht hat, obwohl eigentlich 33 Prozent vorgesehen waren. So bleiben unserem Ergebnishaushalt diesmal 459.200 € erspart; zukünftig ist aber angesichts der zunehmenden Aufgabenfülle des Landkreises mit einer weiteren Erhöhung der Kreisumlage zu rechnen.
04.02.2025 in Gemeinderatsfraktion
Wolfgang Sickinger, Fraktionsvorsitzender - am 03.02.2025
- vorgetragen von Reinhard Breyer -
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Becker,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Schönhaar,
werte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung,
werte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Haushaltsjahr 2024 steht leider wie die Vorjahre im Zeichen der Unsicherheit. Internationale Kriege und Krisen beeinträchtigen weiterhin die Volkswirtschaften. Hinzu kommt der Protektionismus in den USA, verbunden mit der Androhung von Zöllen, die insbesondere unsere exportorientierte Wirtschaft hart treffen würden.
Bereits jetzt sind die gesamtwirtschaftlichen Aussichten in unserem Land eingetrübt. So liegen die Wirtschaftsprognosen gegenwärtig bei einem geringen Wachstum von 0,4%.
Die Einnahmen der Haushalte von Bund, Ländern, Landkreisen und Kommunen bleiben davon nicht verschont. Bei den Landkreisen, Städten und Gemeinden kommt noch hinzu, dass sie von Bund und Land nicht auskömmlich für die übertragenen Aufgaben finanziert werden. Etwa 25 Prozent der Ausgaben resultieren aus Bundes- und Landesgesetzen, aber die Landkreise und Kommunen erhalten nur 14 Prozent der Steuereinnahmen. Ein klarer Verstoß gegen das Konnexitätsprinzip; einfach ausgedrückt: „Wer bestellt bezahlt!“
Das hat u.a. mit dazu beigetragen, dass der Landkreis angesichts seines auf Kante genähten Sparhaushalts die Kreisumlage von 27,5 auf 32 Prozentpunkte erhöhen musste, was für unseren Ergebnishaushalt einen Mehraufwand von etwa 2 Mio € bedeutet.
Das ist bitter, denn dadurch wird der bereits negative Ergebnishaushalt weiter belastet. Umso mehr begrüßen wir, dass die Verwaltung bereits im Vorfeld der Haushaltsplanberatungen in einem Kraftakt Einsparungen in Höhe von fast 3 Mio € vorgenommen hat. So beläuft sich das aktuell für 2025 berechnete Defizit noch auf 4,5 Mio €.
Das ist deutlich besser als der Ansatz im letzten Jahr, doch die Abschreibungen im Umfang von 4 Mio € werden immer noch nicht erwirtschaftet. Wir leben also weiterhin von der Substanz. Die Genehmigungsfähigkeit des Haushalts ist aber sichergestellt.
Mit unserem Defizit stehen wir nicht allein. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage des Städtetages planen 87 Prozent der teilnehmenden Städte für 2025 ein negatives Haushaltsergebnis. Dies zeigt deutlich, dass die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Land und Kommunen zugunsten der Städte und Gemeinden verändert werden müssen.
Es hilft aber nichts: Wir müssen das Minus im Ergebnishaushalt in diesem und in den nächsten Jahren weiter reduzieren, denn nach der mittelfristigen Finanzplanung ist die Liquidität, also die Rücklage, spätestens 2027 soweit aufgebraucht, dass sie nicht mehr zum Ausgleich des Defizits herangezogen werden kann.
Das bedeutet, dass wir bei den Aufwendungen das Notwendige vom nur Wünschbaren unterscheiden müssen. Die jeweiligen Standards sind auf das Zweckmäßige zu beschränken.
Auf jeden Fall müssen wir priorisieren. Das gilt leider auch für Sanierungsmaßnahmen, die nach Dringlichkeit zeitlich realisiert werden sollten. Dazu ist ein Gesamtkonzept erforderlich.
Vor Entscheidungen über Neubau- und Sanierungsprojekte sind die notwendigen Maßnahmen und Kosten umfassend zu ermitteln, um Nachträge und zeitliche Verzögerungen möglichst zu vermeiden. Als Beispiele seien hier die Mehrzweckhalle Staffort und die immer noch nicht realisierte Enthärtungsanlage genannt.
Nach diesen grundsätzlichen Anmerkungen wenden wir uns einzelnen Bereichen zu, die unserer Fraktion wichtig sind:
Im Ergebnishaushalt bilden die Personalausgaben mit 23,1 Mio € den größten Posten. Diese sind neben den Gehaltserhöhungen auf die deutliche Aufgabenmehrung sowie die gestiegenen Ansprüche und Erwartungen der Einwohner zurückzuführen. In den letzten Jahren waren besonders zusätzliche pädagogische Fachkräfte für die neuen Kindergartengruppen und die Schulsozialarbeit notwendig. Weiteres Personal wird 2025 beispielsweise für die Naturkindergärten, aber auch im Bereich des Tiefbaus für die dringenden Straßensanierungen benötigt. Deshalb hoffen wir, dass die bei der Haushaltsvorberatung zusätzlich beschlossene Stelle für den Tiefbau zeitnah besetzt werden kann. Denn um Personal in diesem Bereich herrscht angesichts des Fachkräftemangels eine starke Konkurrenz. Das gilt auch für andere Bereiche, sodass manche Projekte nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern darüber hinaus wegen fehlenden Fachpersonals in die Folgejahre verschoben werden müssen.
Auf jeden Fall geht es der SPD-Fraktion im Verwaltungsbereich um möglichst zeitnahe und gute Dienstleistungen für die Einwohnerschaft. Deshalb stimmen wir dem für 2025 vorgelegten Stellenplan uneingeschränkt zu. Dies gilt auch für die Aufwendungen für ein erweitertes digitales Dienstleistungsangebot.
Im Sinne der Verwaltungsvereinfachung erhalten die Ortschaftsräte und der Stadtteilausschuss eigene Budgets, die sie eigenverantwortlich verwalten, ohne immer wieder Rücksprache mit anderen Ämtern nehmen zu müssen. Ein Vorschlag der Stadtverwaltung, den wir sehr begrüßen.
Was die Neuausrichtung der Verwaltungsstruktur anbetrifft, so hat es sich unseres Erachtens bereits im ersten Jahr bewährt, die Bereiche „Kinder, Jugend, Familie und Soziales“ in einem eigenen Amt zu bündeln und mit einer eigenen Amtsleitung auszustatten.
Außerdem finden wir es gut, dass die Verwaltung bei den beabsichtigten Projekten aufzeigt, welchen Beitrag sie für die Realisierung des Stadtentwicklungsplanes 2035 leisten. So wird deutlich, dass es Verwaltung und Gemeinderat mit der schrittweisen Umsetzung ernst ist und kein Plan für die Schublade erarbeitet wurde, wie der eine oder andere vielleicht befürchtet hat.
In diesem Zusammenhang ist es uns wichtig, dass bezahlbarer und sozialer Wohnraum durch eine verträgliche Nachverdichtung in geeigneten Innenbereichen der Stadtteile geschaffen wird, wie es derzeit bei mehreren Projekten in Blankenloch geschieht. Trotzdem wird angesichts der großen Nachfrage junger Menschen aus Stutensee längerfristig eine maßvolle Außenentwicklung in geeigneten Bereichen nicht auszuschließen sein, doch nicht im Umfang von 16 ha, wie es der „Flächenpool“ vorsieht.
Was den sozialen Wohnraum betrifft, so reichen die bisher geschaffenen oder gerade im Bau befindlichen geförderten Wohnungen nicht aus. Deshalb sollte der Eigenbetrieb „Stadtwohnung“ mittelfristig zur kommunalen sozialen Wohnungsbaugesellschaft weiterentwickelt werden. Den Haushaltsansatz beim Eigenbetrieb zum Erwerb von Wohnraum tragen wir gerne mit.
Mit bebaubaren gemeindeeigenen Flächen sollten wir zukünftig sorgfältiger umgehen und sie nicht einfach auf Nimmerwiedersehen veräußern. Deshalb unterstützen wir die Überlassung der Mehrfamilienhausgrundstücke im Wohngebiet Vierundzwanzigmorgenäcker in Spöck in Form des Erbbaurechts.
Im Blick auf weitere Wohnbauflächen müssen sich Stadtverwaltung und Gemeinderat zumindest mittelfristig Gedanken über die zukünftige Nutzung der erworbenen Landesfläche in Friedrichstal machen, nachdem sich die Realisierung eines Gesundheitszentrums an dieser Stelle leider zerschlagen hat. Für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat sich glücklicherweise eine Ersatzlösung in der östlichen Rheinstraße gefunden, die je nach Bedarf noch ausbaufähig sein sollte.
Wichtig ist uns auch die kommunale Jugendarbeit und die Beteiligung der jungen Menschen in Form des Jugendforums. Bedingt durch die Coronazeit gab es zwar einen gewissen Durchhänger, doch mittlerweile hat sich wieder eine Gruppe engagierter Jugendlicher gefunden, die wir gerne in ihren Anliegen unterstützen. Den Haushaltsansätzen für die kommunale Jugendarbeit und das Feriendorf „Caribi“ stimmen wir zu.
Bei den Investitionen haben für uns die Schulen und Kindergärten Priorität. Hier sind aktuell und in den nächsten Jahren große Summen für Sanierungs-, Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen aufzubringen. So werden zurzeit unter großem Zeitdruck in der östlichen Rathausstraße Containermodule als Zwischenlösung für die ausgelagerten Gruppen des schadstoffbelasteten Michaeliskindergartengebäudes aufgestellt. Die Module und Außenanlagen werden ansprechend gestaltet, sodass sie nicht als Provisorium zu empfinden sind.
Dabei fragen wir uns, ob sich das insgesamt sanierungsbedürftige denkmalgeschützte Gebäude weiterhin für einen modernen Kindergarten eignet. Die geplante Machbarkeitsstudie sollte sich auch mit dieser Frage auseinandersetzen und alternativ einen möglichen Standort für einen Neubau aufzeigen.
Erfreulich ist es, dass endlich nach einer jahrelangen Hängepartie die überfällige Generalsanierung des Kindergartens St. Josef in Blankenloch in Angriff genommen wird. Auch den Haushaltsansätzen für die Naturkindergärten in Büchig und Friedrichstal sowie für die Planung des Waldkindergartens Staffort stimmen wir zu. Wir halten es für sehr wichtig, dass unsere Kinder zunächst wertvolle direkte Erfahrungen in Wald und Flur sammeln, bevor sie später in die digitale Welt eintauchen.
Hoher Investitionsbedarf fällt bei der dringend erforderlichen Sanierung und Erweiterung des Schulzentrums an. Bis 2028 sind insgesamt 40 Mio € vorgesehen, in diesem Jahr fallen 300.000 € für die Planung an. Das ist ein gewaltiger finanzieller Kraftakt, den wir aber für eine gute Bildung unserer Kinder stemmen müssen. Positiv nehmen wir zur Kenntnis, dass der Mensabetrieb am Schulzentrum endlich wieder aufgenommen worden ist.
Den Ansätzen für die anderen Schulen in allen Stadtteilen stimmen wir ebenfalls zu und erkennen an, dass die Planung eines neuen Kernzeitgebäudes für die Grundschule Büchig zunächst zurückgestellt wird, bis Klarheit über die Standorte der zukünftigen Ganztagsbetreuung besteht.
Sehr wichtig ist uns darüber hinaus der kommunale Klima-, Umwelt- und Naturschutz, im Speziellen die Beteiligung der Stadt am „European Energy Award“, „European Climate Award“ und „Klimapakt“ in Zusammenarbeit mit der Umwelt- und Energieagentur des Landkreises. Gerne beteiligen wir uns auch an den Arbeitsgruppen und Workshops zum „Aktionsplan Mobilität, Klima- und Lärmschutz“ sowie zur „Rezertifizierung für das Labeling-Verfahren StadtGrün naturnah“.
Aber auch dieser Bereich bleibt leider nicht von den eingangs genannten Sparzwängen verschont. Die SPD-Fraktion sieht die Dinge realistisch und stimmt deshalb den Kürzungen und zeitlichen Verschiebungen zu, die von der Stadtverwaltung vorgeschlagen worden sind. Als Beispiele seien hier die PV-Eigenbelegung (Stromverbund 2), Verzicht auf ein Konzept für PV- Freiflächenanlagen oder das Nahwärmekonzept „Wohnpark Mittendrin/Badstraße“ genannt. In 2025 soll aber eine Grundsatzentscheidung über mögliche Betreibermodelle für die 1. Ausbaustufe des zukünftigen Nahwärmenetzes Blankenloch fallen. Darüber hinaus sind auch die kleineren Nahwärmenetze in allen Stadtteilen für den Klimaschutz wichtig.
„Aufgeschoben“ sollte gerade bei Projekten der Energie- und Wärmeplanung nicht „aufgehoben“ bedeuten. Diese wichtigen Maßnahmen für den Klimaschutz sind auf jeden Fall mittelfristig umzusetzen. Das gilt auch für die zunächst gekürzten oder verschobenen Projekte im Natur- und Umweltschutz.
Zur Ausarbeitung eines Waldleitbildes haben wir uns mehrheitlich für ein weniger aufwendiges Verfahren ohne externe Begleitung entschieden. Wir sind der Auffassung, dass ein vereinfachtes Verfahren unter Beteiligung des Forstes, der Stadt und interessierter Bürgerinnen und Bürger zu einem guten Ergebnis führen wird.
Die katastrophalen Regenereignisse der letzten Jahre und zuletzt in der Region Gondelsheim/Bruchsal mahnen uns, verstärkte Anstrengungen im Hochwasser- und Starkregenschutz zu unternehmen. Deshalb begrüßen wir die für 2025 und die Folgejahre vorgesehenen Maßnahmen in diesem Bereich. Gleiches gilt für den Katastrophenschutz.
Im Weiteren sprechen wir noch einige Projekte in den einzelnen Stadtteilen an, die uns wichtig sind:
In Staffort geht die neue Mehrzweckhalle in Betrieb, ein Meilenstein für die Schule und die Dorfgemeinschaft.
Ein „Dauerbrenner“ in Friedrichstal ist die seit Längerem dringend sanierungsbedürftige Unterführung Eichendorffstraße. Der desolate Fahrbahnzustand erlaubt unseres Erachtens kein Zuwarten bis 2027. Die neu geschaffene Stelle für den Tiefbau sollte die Sanierungsplanung und -realisierung beschleunigen.
Zumindest mittelfristig mahnen wir darüber hinaus ein Sanierungskonzept für das Alte Rathaus in Friedrichstal an.
In Spöck stimmen wir der Dachsanierung für das Begegnungszentrum zu und setzen uns dafür ein, dass in einem zweiten Anlauf das zentrale Projekt „Wohnen im Alter“ in 2025 geplant und nachfolgend ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden kann.
Den Haushaltsansätzen für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen und für die Feuerwehr stimmen wir zu. Mitte des Jahres soll auch der von vielen Seiten immer wieder geforderte Feuerwehrbedarfsplan vorgelegt werden.
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Becker,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Schönhaar,
werte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wenn wir uns in unserer Haushaltsrede auf einige Schwerpunkte beschränkt haben, so ist dies nur der Redezeit geschuldet und bedeutet nicht, dass uns andere Haushaltsansätze weniger wichtig sind.
In Anerkennung der notwendigen Einsparungen stimmen wir dem vorliegenden Haushaltsplan zu, auch wenn uns dies nicht immer leichtgefallen ist.
Bei unserer Kämmerin Frau Leyerle und ihrem Team, aber auch bei allen an der Aufstellung des Haushaltsplanwerkes beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung bedanken wir uns für die mit großem Engagement und Zeiteinsatz geleistete Arbeit. Der übersichtliche Haushaltsplanentwurf mit den erklärenden Steckbriefen hat es uns sehr erleichtert, uns in dem Zahlenwerk zurechtzufinden.
Bedanken möchten wir uns auch bei allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich für ihre Mitmenschen und die Gemeinschaft einsetzen.
Dank gilt ebenfalls allen Kolleginnen und Kollegen für die zumeist konstruktive Zusammenarbeit.
Dank auch für die Aufmerksamkeit
Wolfgang Sickinger
20.10.2023 in Gemeinderatsfraktion
von Wolfgang Sickinger, SPD-Fraktionsvorsitzender in Stutensee
Anlässlich der Informationsveranstaltung und Ortsbegehung der Bürgerinitiative Karlsruhe-Molzau, die am Wochenende in Spöck und Staffort stattgefunden haben, verdeutlichen wir nochmals unsere Position zur zukünftigen Güterbahntrasse Mannheim-Karlsruhe. Wir erkennen die Notwendigkeit der neuen Güterstrecke im Sinne des Klimaschutzes an, fordern aber eine Lösung, die die geringsten Belastungen für Mensch und Natur mit sich bringt und durch wirksame Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet wird.
In diesem Zusammenhang begrüßen wir es sehr, dass die Verantwortlichen der Bahn ein transparentes Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit eingeleitet haben. Wir hoffen, dass die Anregungen, die im Rahmen von Dialogforen, Workshops und öffentlichen Veranstaltungen zur Trassenfindung eingebracht wurden und noch werden, in der endgültigen Entscheidung ihren Niederschlag finden.
Umso größer ist die Enttäuschung, dass die Vertreter der Bahn immer noch an Trassenvarianten festhalten, die auf gewachsene Strukturen und Zusammenhänge keine Rücksicht nehmen. Davon betroffen sind insbesondere die Gemarkungen von Stutensee und unserer Nachbargemeinde Karlsdorf-Neuthard.
Einerseits begrüßen wir es sehr, dass die Pläne zum Ausbau der Bestandsstrecke zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe keine Rolle mehr spielen; wäre damit doch ein unzumutbarer Eingriff in die beiderseits der Strecke vorhandene Siedlungsstruktur unserer Stadtteile Friedrichstal und Blankenloch verbunden. Andererseits ist es für uns nicht vorstellbar, dass eine mögliche Trassenvariante von Norden her kommend zwischen Friedrichstal und Spöck hindurch und weiter südlich an Staffort vorbei Richtung A5 geführt werden könnte. Unsere Gemarkung würde völlig zerschnitten und wertvolle landwirtschaftliche Flächen und Naturräume wären betroffen.
Besonders schwerwiegend wären die Auswirkungen für Staffort, das nicht nur wie bisher von Osten her durch den Lärm der A5, sondern zusätzlich von Süden und Westen her durch die Bahnstrecke beeinträchtigt würde. So wären der Stafforter Wald und der Baggersee als wichtige Naherholungsgebiete nur noch über Brückenbauwerke, durch Unterführungen oder Umwege erreichbar.
Natürlich ist uns klar, dass es keine unschädliche Idealtrasse in unserer dicht besiedelten Region geben wird; aber uns ist wichtig, dass eine Neubaustrecke gewählt wird, die mögliche Beeinträchtigungen für Mensch und Natur gering hält. Sollte sich die Bahn deshalb für eine Trassenbündelung entlang der A5, der wahrscheinlichsten Linienführung, entscheiden, müsste dies aber mit einem wirksamen Lärmschutz einhergehen. Für Staffort würde dadurch sogar die gegenwärtige Situation verbessert.
Die SPD-Fraktion wird das weitere Verfahren kritisch begleiten und sich entschieden gegen eine Zerschneidung der Stutenseer Gemarkung einsetzen.
21.12.2021 in Gemeinderatsfraktion
Vortrag von Wolfgang Sickinger (Fraktionsvorsitzender)
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Becker, sehr geehrter Herr Bürgermeister Geißler, werte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die heutige Verabschiedung des Haushaltes für 2022 erfolgt ein weiteres Mal unter den Bedingungen der andauernden Corona-Pandemie und die Haushaltsreden werden deshalb erneut im Videoformat gehalten.
Die Pandemie hat im aktuellen Haushaltsjahr zu Mehraufwendungen und Mindereinnahmen geführt, die durch Soforthilfen und Zuschüsse von Bund und Land weitgehend - wenn auch nicht vollständig - ausgeglichen wurden. Wir hoffen, dass Bund und Land auch im neuen Haushaltsjahr Hilfsprogramme für die Kommunen in gleicher Höhe wie bisher auflegen werden. Wie lange dies notwendig sein wird, hängt von dem Auftreten weiterer Virusvarianten wie z.B. der Omikron-Variante und insbesondere von der Impfquote bei den Drittimpfungen ab.
Glücklicherweise hat sich die deutsche Volkswirtschaft in vielen Bereichen schnell vom anfänglichen coronabedingten Nachfragetief erholt, was aktuell eine optimistischere Steuerschätzung für 2022 zur Folge hat.
Diese Schätzung lag bei den Haushaltsplanvorberatungen noch nicht vor, sodass für die Stadtkämmerei in den letzten 14 Tagen viel Arbeit angefallen ist, um den Haushalt auf den neuesten Stand zu bringen. Die Neuberechnungen haben teilweise zu deutlichen Verbesserungen bei den Einnahmen des Ergebnishaushalts geführt. So erhöhen sich u.a. die Schlüsselzuweisungen um 1,1 Millionen Euro und der Einkommensteueranteil um 652.200 Euro, während bei den Ausgaben die Kreisumlage voraussichtlich von 28,5 auf 27,5 Punkte sinkt. Das sind 379.500 Euro weniger. Bereits im Vorjahr hat sich die SPD- Kreistagsfraktion auf die Reduzierung von 30 auf 28,5 Punkte eingesetzt und sieht sich in der voraussichtlichen erneuten Senkung auf 27,5 Punkte in ihrer Haltung bestätigt. Weitere Ausgabenkürzungen haben sich aus den Vorberatungen des Haushaltsplanentwurfs ergeben, so bei den Sach- und Dienstleistungen und der Beschaffung von beweglichen Sachen.
24.10.2021 in Gemeinderatsfraktion
von Wolfgang Sickinger, SPD-Fraktionsvorsitzender
Bereits in der ersten Jahreshälfte hat sich die SPD-Fraktion mit dem Prozess der Trassenfindung für die erforderliche Neubaustrecke der Bahn zwischen Mannheim und Karlsruhe auseinandergesetzt. Dabei erkannten wir die Notwendigkeit der neuen Güterstrecke im Sinne des Klimaschutzes an, forderten aber eine Lösung ein, die die geringsten Belastungen für Mensch und Natur mit sich bringt und durch wirksame Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet wird.
In diesem Zusammenhang begrüßten wir es sehr, dass die Verantwortlichen der Bahn ein transparentes Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit beabsichtigten. Wir hofften, dass die Anregungen, die im Rahmen der vorgesehenen Dialogforen und Workshops zur Trassenfindung eingebracht werden, in der endgültigen Entscheidung ihren Niederschlag finden.
Umso größer war die Enttäuschung, als die Vertreter der Bahn gegen Ende des jüngsten Dialogforums mögliche Trassenvarianten präsentierten, die teilweise auf gewachsene Strukturen und Zusammenhänge keinerlei Rücksicht nehmen. Davon betroffen wären insbesondere die Gemarkungen von Stutensee und unserer Nachbargemeinde Karlsdorf-Neuthard.
Einerseits begrüßen wir es sehr, dass die Pläne zur Verbreiterung der Bestandsstrecke zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe keine Rolle mehr zu spielen scheinen; wäre damit doch ein unzumutbarer Eingriff in die beiderseits der Strecke vorhandene Siedlungsstruktur unserer Stadtteile Friedrichstal und Blankenloch verbunden. Andererseits ist es für uns nicht vorstellbar, dass eine mögliche Trassenvariante von Norden her kommend zwischen Friedrichstal und Spöck hindurch und weiter südlich an Staffort vorbei Richtung A5 geführt werden könnte. Unsere Gemarkung würde völlig zerschnitten und wertvolle landwirtschaftliche Flächen, Landschafts- und Naturschutzgebiete wären betroffen.
Besonders schwerwiegend wären die Auswirkungen für Staffort, das nicht nur wie bisher von Osten her durch den Lärm der A5, sondern zusätzlich von Süden und Westen her durch die Bahnstrecke beeinträchtigt würde. So wären der Stafforter Wald und der Baggersee als wichtige Naherholungsgebiete nur noch durch Brückenbauwerke, Unterführungen oder Umwege erreichbar.
Natürlich ist uns klar, dass es keine unschädliche Idealtrasse geben wird, aber uns ist wichtig, dass eine Neubaustrecke gewählt wird, die mögliche Schäden gering hält. Deshalb sollte die Variante der Linienführung entlang der A5 weiter untersucht werden. Eine solche Trassenbündelung müsste aber mit einem wirksamen Lärmschutz einhergehen. Für Staffort würde dadurch sogar die gegenwärtige Situation verbessert.
Die SPD-Fraktion wird das weitere Verfahren kritisch begleiten und sich strikt gegen eine Zerschneidung der Stutenseer Gemarkung einsetzen.
30.06.2021 in Gemeinderatsfraktion
von Wolfgang Sickinger, SPD-Fraktionsvorsitzender
In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat in Stutensee mit einer Zweidrittelmehrheit für die Erarbeitung eines Stadtentwicklungsplanes 2035 unter Beteiligung der Stadtverwaltung, des Gemeinderates und der Bürgerschaft ausgesprochen. Moderiert und koordiniert wird dieser Prozess durch das in solchen Verfahren erfahrene Freiburger Büro „suedlicht“.
Die SPD-Fraktion begrüßt diesen deutlichen Beschluss, nachdem wir in den Vorjahren bereits mehrfach auf die Notwendigkeit eines Stadtentwicklungsplanes hingewiesen haben, aber leider zunächst auf geringe Resonanz gestoßen sind.
Wir haben uns frühzeitig dafür eingesetzt, denn die Herausforderungen in den Bereichen Klima- und Artenschutz, bezahlbares Wohnen, Gewerbe, Digitalisierung, Mobilität, Demographie sowie Bildung und Betreuung haben sich teilweise grundlegend gewandelt und bedürfen eines ganzheitlichen, aufeinander abgestimmten Konzepts mit klarer Prioritätensetzung für das nächste Jahrzehnt. Die Ergebnisse der Perspektivwerkstätten „Zukunft Wohnen in Stutensee“ sollten in diesen Prozess einfließen.
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